Hackfleisch von Wild

Hackfleisch

Rehkeulen oder ganze -ruฬˆcken finden sich in den meisten Jรคger-Kuฬˆhltruhen. Viele Wildbretteile warten bis in den Winter auf Verwendung als Braten oder Gulasch. Doch Wild schmeckt auch im Sommer.

Text und Bild: Markus Lรผck

Sauerbraten oder eine ganze Rekkeule oder Rehrรผcken am Stรผck: keine Frage, das schmeckt alles super. Fรผr den Sommer sind diese Gerichte jedoch eher ungeeignet. Man will im Freien sitzen bzw. mal schnell was in der Kรผche zaubern. Hackfleisch ist fรผr die fixe Sommerkรผche eine super Sache. Vor allem wenn das gewolfte Wildbret im Froster portioniert bereitliegt, ist eine Mahlzeit wie beispielsweise Spaghetti Bolognese, Wildfrikadellen, Burger (nebenstehende Anleitung) oder anderes schnell gezaubert.
Weiterer Vorteil von Wildhack: Seltener genutzte bzw. bei Kunden eher unbeliebte Wildbretteile wie zum Beispiel Trรคger oder Blรคtter sind hervorragend geeignet, um daraus Hackfleisch zu machen. Welches Schalenwild letztlich gewolft wird, ist vรถllig egal: Alles schmeckt. Nur der Fettgehalt im Wildbret und der Geschmack unterscheiden sich. Wildesser, die es etwas saftiger und fetthaltiger mรถgen, sollten vor allem zu Hackfleisch von Rehwild Wildbret von Sauen hinzugeben. Es geht aber auch ohne!
Wie bei der Verarbeitung von Fleisch รผblich, sollte auch bei der Herstellung von Hackfleisch grรถรŸtes Augenmerk auf Sauberkeit und Hygiene liegen. Durch die enorm vergrรถรŸerte Oberflรคche des Fleisches und des meist hรถheren Gehalts von Fetten im Fleisch ist es besonders anfรคllig fรผr Keime. Nicht umsonst wurde der von vielen belรคchelte โ€žFrikadellenfรผhrerscheinโ€œ fรผr Restaurants oder Kneipen eingefรผhrt.
Auf keinen Fall sollte Wildbret, das im Tiefkรผhler gelagert wurde, aufgetaut, dann zu Hackfleisch verarbeitet und wieder eingefroren werden. Mehrfaches Frieren und Auftauen und eine damit verbundene unterbrochene Kรผhlkette verringert die Fleischqualitรคt und ist aus lebensmittelhygienischer Sicht hรถchst bedenklich. So bleiben dem Jรคger nur 2 Mรถglichkeiten: Frisches Wildbret wolfen und portioniert einfrieren oder gefrorenes Wildbret auftauen und danach sofort verarbeiten. Will man vor allen Dingen Wildburger machen, sollte das Hackfleisch nach dem wolfen schon geformt und dann als Patties eingefroren werden. Steht dann ein Wildburger-essen an, einfach die Patties gefroren auf den Grill legen, und ruckzuck ist der Burger fertig.
Fuฬˆr unser Burger-Experiment wurden
2 Rehblรคtter ausgelรถst. Mit einem
scharfen Messer dazu am Knochen
entlangfahren und das Wildbret lรถsen.
Starke Sehnen unbedingt aussortieren!
Damit im Fleischwolf alles glattlรคuft,
werden die Wildbretteile in โ€žwolfgerechteโ€œ
Happen geschnitten. Wie groรŸ die Teile
sein dรผrfen, hรคngt vom Fleischwolf ab.
Nachdem das Hackfleisch lediglich mit
Salz, Pfeffer und Tomaten-Paprika abgeschmeckt
wurde, gehtโ€™s ans Portionieren.
In diesem Fall wurde eine Burgerpresse fuฬˆr
das Formen des Fleisches benutzt
Welche Scheibe in den Fleischwolf eingesetzt
wird, ist Geschmackssache. In diesem Fall wurde die
grรถbere Scheibe eingesetzt. Sind die
Wildbretteile โ€žwolfgerechtโ€œ
zugeschnitten, geht das Wolfen
ruckzuck von der Hand
Drรผckt man das Hackfleisch mit
ein wenig Druck auf der Burgerpresse
an, hรคltโ€™s auch ganz ohne Ei als
Bindemittel. Tipp: Damit die Burger-
Patties beim Auflegen auf den Grill
nicht auseinanderbrechen, werden
sie fรผr rund 10 Minuten in den Froster
gestellt
Dann ab auf den Grill: Die Burger-Patties
etwa 5 Minuten von beiden Seiten braten. Dazu
den Grill auf hohe Hitze bringen. Sind beide
Seiten โ€žschรถnโ€œ braun gehtโ€™s ans Zusammenbauen
der Burger. Guten Appetit!

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